Irrtümer über Homöopathie

Irrtümer über Homöopathie

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Kommentierte Antworten:

1. In homöopathischen Mitteln ist nur Zucker, Wasser oder Alkohol.... 

Richtig ist: Die Verdünnung über die chemische Auflösungsgrenze (ab D23 – siehe auch Avogadro-Konstante) ist kein zwingendes Element der Homöopathie

  • Es werden durchaus erfolgreich auch niedrigere Potenzen eingesetzt. Wichtig ist, dass die Arznei dem pathologischen Zustand so ähnlich wie möglich ist.
  • Und zum "Gedächtnis des Wassers" (Übertragung auf das Lösungsmittel) - einer umstrittenen Theorie zur Wirksamkeit der Homöopathie - können wir nur empfehlen dir diese Forschung anzusehen, die wissenschaftlich anerkannt ist.

2. Die Ausgangs-Substanzen für die homöopathischen Mittel sind entweder giftig oder in ihrer Reinform schädlich, bzw. nicht dem Körper zuträglich.

Richtig ist: Nein, so sind z.B. Millefolium (Schafgarbe) oder Taraxacum (Löwenzahn) oder Carduus marianus (Mariendistel) durchaus stofflich wirkenden Phytotherapeutika, die aber auch als homöopathische Arzneien eingesetzt werden, häufig mit ganz anderer Wirkung.

  • Die für Millefolium typischen Blutungen sind nur in der Homöopathie bekannt, die Gemütssymptome von Taraxacum haben sich in der AMP gezeigt etc.
  • Kochsalz wirkt durchaus giftig in zu hoher Konzentration, während Schafgarbe, Löwenzahn und Mariendistel auch mal zuviel eingenommen werden können.

3. In der homöopathischen Materia medica finden sich nur geprüfte Arzneien, was dem 2. homöopathischen Gesetz (Organon ab § 105) entspricht.

Richtig ist: Es finden sich in der homöopathischen Materia medica auch Arzneien, die nicht geprüft wurden und nur wegen ihrer klinisch oder toxikologisch belegten Wirkungen in der MM stehen. 

4. These www.beweisaufnahme-homoeopathie.de/?p=1495
Es heißt, Homöopathie sei ohne Nebenwirkungen, wirke also nur in dem Fall, in dem der Patient an den Symptomen leidet, die das Medikament behandeln kann. 
Dann kann eine Arzneimittelprüfung nicht funktionieren, denn ein gesunder Mensch zeigt keine entsprechenden Symptome. 
Rufen die Medikamente hingegen bei einem Gesunden Symptome hervor, dann kann ein homöopathisches Medikament nicht nebenwirkungsfrei sein, denn es würde ja dann bei einem Kranken die Symptome hervorrufen können, an denen er noch nicht leidet.
Wähle 2 zutreffende Antworten.

Richtig ist: 1. Der Prüfer ist zwar zum Zeitpunkt der Prüfung gesund, ist aber in der Lage Symptome zu zeigen und zwar vor allem diejenigen, zu denen er eine Neigung (Diathese) hat.
                2. Nur der Prüfer, der schon einmal einen nagenden Schmerz erlebt hat (z. B. in einem gebrochenen Knochen) ist in der Lage einen solchen Schmerz in der Prüfung zu erleben und zu beschreiben.

  • Auch in den Prüfungen wurden durchaus hohe Potenzen benutzt.
  • Unerwünschte "Nebenwirkungen" müssen nicht unbedingt Erstverschlimmerungen sein, es können auch Prüfsymptome sein, insbesondere wenn die Arznei nicht die Richtige war und zu oft wiederholt wurde; das kann man aber überprüfen. Wie lernst du bei uns im Kurs.

5. Was ist was? Macht es besser als Frau Dr. Grams, die den Eisenhut als Schierling bezeichnete. 3 Antworten sind richtig.

Richtig sind: 1. Der blaue Eisenhut heißt Aconitum napellus
                    2. Der gefleckte Schierling heißt Conium maculatum
                    3. Der rote Fingerhut heißt Digitalis purpurea

  • Apium gravolens ist der Sellerie - Apis mellifica heißt die Honigbiene
  • Das Kochsalz heißt Natrium muriaticum oder chloratum
  • Bufo rana wird aus dem Drüsensekret der Kröte hergestellt, das Tier wird nicht getötet
  • Der Flienpilz heißt in der Homöopathie Agaricus muscarius

6. Ablauf einer homöopathischen Behandlung. Wähle richtige Inhalte und Reihenfolge.

Richtig ist: Spontanbericht, gelenkter Bericht, Kopf-zu-Fuß Befragung (falls erforderlich), Familienanamnese (falls erforderlich, besonders bei chronischen Leiden), Medikamentenanamnese, genaue fachgerechte Untersuchung, Auswertung der Symptome, Repertorisation, Differenzialdiagnose der in Frage kommenden Arzneien, Verschreibung, Nachverfolgung.

7. Nur das Simillimum (Arznei, die allen Symptomen des Kranken in ihrer Ähnlichkeit genau entspricht) kann heilen.

Richtig ist: Die Arznei, die den charakteristischen Zeichen, den die Krankheit ausmachenden Symptomen am Ähnlichsten ist (Simile) muss nicht unbedingt zu allen anderen Zeichen/Symptomen/Charaktereigenschaften des Kranken passen.

  • Das reine Eintippen in die Repertorisations-Software wird zu keinem befriedigenden Ergebnis führen. Zur Repertorisation nehme man nur die "auffallendem, sonderlichen, ungewöhnlichen und eigenheitlichen (charakteristischen) Zeichen und Symptome des
    Krankheitsfalles....; denn vorzüglich diesen, müssen sehr ähnliche, in der Symptomenreihe der gesuchten Arznei entsprechen, wenn sie die passendste zur Heilung sein soll." - siehe § 153

8. Homöopathische Arzneimittelprüfungen sind nicht reproduzierbar. Hier sind 2 Antworten richtig.

Richtig sind: 1. In Abwesenheit einer ausreichenden Anzahl nach heutigem Standard wissenschaftlich exakter Prüfungen läßt sich weder der Wert noch der Unwert der homöopathischen Arzneimittelprüfung belegen
                  2. Eine homöopathische Arzneimittelprüfung ist inzwischen genauso kostspielig, wie Arznei-Prüfungen, die von der Pharmaindustrie durchgeführt werden und das wird weiterhin ein Problem sein

  • Einem Heilpraktiker droht der Verlust der Zulassung, wenn er eine AMP mit anderen Teilnehmern durchführt
  • Eine homöopathische Verreibung ist eine tolle Erfahrung ohne Risiko, aber eben doch ganz anders als eine HAMP - siehe Verreibungen bei e-Vidia

9. Homöopathie funktioniert: 
Fall Verblitzung oder Rotes Auge nach UV-Lampen-Einwirkung:
Mein Mann hatte aus Unachtsamkeit beim Benutzen einer UV-Lampe abends stark gerötete Augen, was er mir aber erst am nächsten Tag gestand. 
Die Bindehäute waren hochrot, der Bereich um die Augen geschwollen, die Augen tränten und brannten, waren stark lichtempfindlich und er war insgesamt sehr unruhig und konnte nicht liegen. Es war spät abends und er wollte nicht ins Krankenhaus.
Diese Symptome habe ich zur Arzneimittelwahl herangezogen. Ich gab ihm die Arznei in einer C200 3 Globuli trocken auf die Zunge, löste 3 weitere Globuli in einer kleinen Flasche Wasser auf und er nahm davon noch insgesamt 3 mal 1 kleinen Schluck nach 10 maligem kräftigen Schütteln.
Schon nach der ersten Gabe kam er zur Ruhe und schlief ein. Er nahm nachts noch 3 mal die Arznei.
Am nächsten Morgen war alles abgeschwollen, die Rötung kaum noch zu sehen und er hatte keine Beschwerden mehr. Die Untersuchung beim Augenarzt am Vormittag ergab keinen zurückgebliebenen Schaden.
Nun kommst du: Welche Arznei habe ich ihm wohl gegeben?

Richtig ist Belladonna

Belladonna_Konjunktivitis

10. Homöopathie wirkt schnell: 
In Mercedes Tür eingeklemmter Finger:
Meine Mutter hatte sich den Finger beim Schließen ihrer Auto-Tür eingeklemmt und kam 1 Minute später jammernd ins Haus. Ein Griff in die Homöopathische Hausapotheke, 2 Globuli auf die Zunge, langsam Auflösen lassen und kaum, dass sie die Arznei im Mund hatte sagte sie schon: Es tut schon nicht mehr weh.
Es kam zu keiner Schwellung, der Finger wurde nicht blau, der Nagel blieb erhalten.
Welche Arznei habe ich wohl gegeben? 

Richtig ist: Hypericum

Hypericum_Jutta